Warum dich potenzielle Kunden nicht kontaktieren
- Jeannine Huwyler
- 7. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Viele haben das Gefühl, wenn keine Anfragen kommen, liegt es daran, dass sie zu wenig sichtbar sind.
Dann entsteht schnell dieser innere Druck, man müsste mehr posten, aktiver sein, irgendwie „besser“ werden und gleichzeitig fühlt es sich anstrengend an, weil man eigentlich schon viel macht.
Die Wahrheit ist oft viel ruhiger.
Es ist nicht dein nächster Beitrag der darüber entscheidet, ob sich jemand meldet, sondern der Weg, den Menschen innerlich gehen, bevor sie überhaupt bereit sind, dich zu kontaktieren.
... und dieser Weg braucht Zeit.
Menschen beobachten, bevor sie handeln
Wenn jemand dich online zum ersten Mal sieht, passiert selten sofort eine Entscheidung.
Die meisten schauen zuerst einfach nur. Sie lesen einen Beitrag. Vielleicht klicken sie kurz auf dein Profil. Dann gehen sie wieder weiter.
Nicht, weil es sie nicht interessiert, meistens ist es, weil sie dich noch nicht einordnen können.
Sie wollen verstehen: Was macht diese Person genau? Passt das zu mir? Fühle ich mich hier gut aufgehoben?
Dafür reicht ein einzelner Kontaktpunkt (im Marketing nennt man das "Touchpoint") fast nie.
Wusstest du, das Kunden erst 6-7 Touchpoints brauchen, bis sie sich entscheiden bei dir zu kaufen?
Das heisst, sie müssen dich mehrmals wahrgenommen haben, bevor sie mit dir Kontakt aufnehmen. Das muss nicht zwingend nur auf Social Media sein. Solche "Begegnungen" passieren idealerweise auf verschiedenen Ebenen (Webseite, Social Media, Werbung etc.)
Vertrauen entsteht durch Wiederholung, nicht durch Perfektion
Ein grosser Denkfehler ist, dass ein Beitrag „funktionieren“ muss. Dass jemand ihn sieht und dann direkt handelt.
In der Realität passiert etwas anderes!
Menschen sehen dich einmal und vergessen dich wieder. Dann sehen sie dich ein zweites Mal und erinnern sich leicht. Beim dritten oder vierten Mal entsteht langsam ein Bild.
Erst dann beginnt Vertrauen.
Das heisst auch: Nicht der perfekte Inhalt ist entscheidend, sondern dass du klar bleibst, dich wiederholst und wiedererkennbar wirst.
Viele wechseln ständig Themen, probieren Neues aus oder passen sich Trends an. Dabei geht genau das verloren, was eigentlich wirken würde: Ruhe und Klarheit.
Ein typisches Beispiel aus dem Alltag
Stell dir eine Massagepraxis vor:
Eine potenzielle Kundin sieht einen ersten Beitrag über Nackenschmerzen. Sie denkt kurz: "Ja, das kenne ich" und scrollt weiter.
Ein paar Tage später sieht sie einen zweiten Beitrag, in dem erklärt wird, wie Verspannungen entstehen. Das bleibt schon etwas mehr hängen.
Dann, einige Zeit später, sieht sie einen Beitrag darüber, wie eine Behandlung abläuft. Jetzt wird es greifbar.
Plötzlich ergibt alles ein Bild und genau in diesem Moment entsteht der Gedanke: "Das könnte mir helfen".
Erst jetzt wird aus Interesse eine Handlung, weil genug Vertrauen da ist.
Was das für dich bedeutet
Wenn sich im Moment wenig bewegt, heisst das nicht, dass dein Marketing nicht funktioniert.
Oft ist es so, dass Menschen dich noch "beobachten".
Sie sind irgendwo zwischen „klingt interessant“ und „ich melde mich“ und genau dort passiert mehr, als man von aussen sieht.
Der nächste Schritt, der wirklich hilft:
Statt mehr zu machen, darfst du es einfacher machen.
• Wähle ein Thema, das zu deinem Angebot passt, und bleib eine Weile dabei.
• Erkläre es aus verschiedenen Blickwinkeln. Wiederhole deine Aussagen. Formuliere sie ruhig und verständlich.
• Du musst nicht ständig Neues erfinden.
Im Gegenteil: Je klarer und ruhiger du wirst, desto einfacher wird es für andere, dich zu verstehen.
Social Media in seiner richtigen Rolle
Social Media ist kein Ort, an dem sofort Entscheidungen fallen. Es ist ein Ort, an dem Menschen dich kennenlernen.
Wenn du das verstehst, verändert sich auch dein Druck.
Du musst nicht jeden Beitrag „perfekt“ machen. Du musst nicht ständig performen. Du darfst einfach präsent sein, aber mit einer klaren Botschaft.
Eine kleine Einladung zum Schluss
Wenn du das Gefühl hast, dass sich gerade wenig bewegt, schau nicht nur darauf, was fehlt. Vertraue auch darauf, was bereits passiert.
Vielleicht wirst du schon längst wahrgenommen. Nur noch nicht angesprochen und das ist oft näher an einer Anfrage, als es sich anfühlt.
Bleib dran, Vertrauen entsteht oft leise im Hintergrund.
Deine Jeannine


